Rechtschreibreform

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Quodlibet
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Re: Quo vadis Rechtschreibung

Beitrag von Quodlibet »

Aber es heißt "Recht s c h r e i b reform".

Wie wär´s mit einem neuen Strang "Sprachdebile haben das Wort"? Ich finde, auch Rundfunkmoderatoren sollten hier etwas absondern dürfen.
Danke für den Hinweis, weiter unten wieder strenger zum Thema Recht s c h r e i b reform, doch meinen Sie nicht auch, daß ein Strang "Sprachdebile haben das Wort" den Umfang dieses Forums sprengen muß?
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Quodlibet
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Beitrag von Quodlibet »

Meine Abschweifung sollte lediglich darauf hinweisen, daß die Rechtschreibreform nur ein Symptom der allgemeinen Sprachverschluderung ist. Es gibt dank der Reform keine verbindliche Regelung mehr, und ich bin unentschieden, ob ich's gut oder schlecht finden soll. Der Hinweis "entscheidend in allen Zweifelsfällen" auf dem Duden fehlt doch sehr, die Rechtschreibbücher widersprechen sich in mehreren Fällen, doch hierzu ist in ***anic 1/97 ein sehr schöner Artikel von W. Boehlich abgedruckt, der mir in weiten Teilen aus dem Herzen spricht und auf die Quintessenz hinausläuft: Wer darf Sprache?
Um Mißverständnisse zu vermeiden: Eine Reform war und ist notwendig, es hat schon mehrere Generationen zu ungläubigem Gelächter gereizt, wenn sie erfuhren, daß man numerieren schreibt, da das von [lat.] numerus hergeleitet ist. Aber lediglich eine Liste von ca. 22.000 Wörtern herzunehmen um deren Schreibweise zu verändern, nach z. T. ebenso willkürlichen Regeln, wie es bisher der Fall war, ist keine Reform.
Gut, Schifffart mag logisch sein; zwei Wörter zusammengesetzt können nicht der Grund für den Wegfall eines Konsonanten sein (außer der Setzer will es so), nun aber: dennoch - muß doch demzufolge dennnoch geschrieben werden? Und so ist es leider mit dieser gesamten "reformierten" Orthographie (oder doch besser Ortografi ?). Auch ist es für mich ein Unterschied, ob ich mich mit jemanden auseinandersetze oder auseinander setze... - nun die Liste nimmt kein Ende...
seit die umschalttaste meines rechenknechtes ihr eigenleben führt, bediene ich mich in meiner privaten korrespondenz der rigorosen kleinschreibung und erntete dafür bisher keine kritik; doch das ist meine privatsache, denn in Deutschland wird es keine Revolutionen geben, weil das betreten des Rasens verboten ist, wie schon ein prominenter Kollege des Herrn Mugabe wußte - oder wusste?
Umlaute und eszet; eine Frage der persönlichen Einschätzung, ich tippe lieber eine Taste statt zweier und in der Handschrift sieht's auch besser aus, aber das ist alles eine Frage des eigenen Beliebens (Quodlibet).
Mein Fazit: Schade um das Geld, das diese "Reform" verschlang, es hätte besser in die Bildung investiert werden sollen.

mit freundlichen grueszen

ihr

q.
Robert Mugabe
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Beitrag von Robert Mugabe »

Feldsalat hat geschrieben: Insgesamt erscheint mir Ihre Argumentation zu liberal: Naturprozess (gesellschaftlicher Naturprozess) auf der einen Seite, Bürokratie auf der anderen. Die Bürokratie soll sich - womöglich aufgrund von Datenerhebungen - dem Prozess anpassen etc. Hier Natur - dort Staat.
Aber der Staat, die Reform etc. kann nicht beobachten,
wie tatsächlich geschrieben <i>wird</i>
weil dieser Ist-Stand sowenig "natürlich" ist, wie jeder andere auch (im übrigen gelangen sie in einen Zirkel: der Ist-Stand ist auch nur der Schnittpunkt anderer Reformen...) -
Könnte man meinen. Ist aber nicht so. Ich zitiere aus <b>Heide Kuhlmann, Orthographie und Politik - Zur Genese eines irrationalen Diskurses</b> (den ganzen Aufsatz findet man <a href="http://home.arcor-online.de/heide-kuhlm ... l">hier</a>) eine Beschreibung der Entwicklung vom 16. Jahrhundert an:
<i>"In der Zeit vor den verstärkten Normierungsbemühungen seitens der Grammatiker und Sprachgesellschaften ist ein geradezu gespenstisches Zusammenwirken derer zu beobachten, die an der Schreibpraxis teilhatten. Man denkt unweigerlich an die vielzitierte 'unsichtbare Hand', die zwar nicht recht glaubhaft erscheint, deren mysteriöser Wirkung man sich jedoch kaum entziehen kann. Regelwerke mit überregionaler Verbreitung, geschweige denn amtlicher Gültigkeit, gab es nicht, trotzdem verlief die Entwicklung alles andere als chaotisch. Die Fortentwicklung orthographischer Regularien, weiterhin ohne jegliche staatliche Einflußnahme, ist spätestens am Ende des 18. Jahrhunderts abgeschlossen, das heißt, die Grundform der heutigen Rechtschreibung ist 200 bis 250 Jahre alt, sie hat sich seit dieser Zeit nur in Randbereichen verändert.</i>

Unsere herkömmliche Orthographie <i>ist</i> auf natürliche Art (ungesteuert) entstanden. Was im Juni 1901 auf der II. Orthographischen Konferenz in Berlin beraten und beschlossen wurde, war - anders, als es von Reformbefürwortern gerne dargestellt bzw. geglaubt wird - <i>keine</i> Reform. Es war die Bestandsaufnahme der orthographischen Praxis und der Beschluß, sie zur Norm zu machen.

<i>Grundsätzlich haben weder einzelne Grammatiker und Wörterbuchschreiber die Sprachnormen präskriptiv "gesetzt" noch haben "Sprachideologen" ihre Vorbilder und Prinzipien willkürlich erfunden. Es handelt sich vielmehr um eine vom Späthumanismus international angeregte evolutionäre Entwicklung (...)</i>
(Polenz, Peter von: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. 3 Bde. Berlin/New York. - Bd. 2: 17. und 18. Jahrhundert (1994); zitiert nach: Kuhlmann)

Ich kann nur dringend empfehlen, ein paar Stunden zu opfern und den Aufsatz von Heide Kuhlmann zu lesen. Er ist eine schöne Darstellung der Geschichte der deutschen Rechtschreibung im allgemeinen und eine und eine zutiefst bestürzende der Geschichte der Rechtschreibreform von 1996. Das Bestürzendste ist vielleicht, daß es in der Rechtschreibreform um Rechtschreibung gar nicht ging. Von der hatten die Reformer nämlich nicht die geringste Ahnung.
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

Quodlibet hat geschrieben:nun aber: dennoch - muß doch demzufolge dennnoch geschrieben werden?
auch wenn dennoch aus denn und noch entstanden sein mag (?), handelt sich dabei doch keineswegs um ein zusammengesetztes Wort (wie z.B. Schifffahrt), weswegen es auch keinen Grund gibt, dennnoch zu schreiben.

Robert Mugabe hat geschrieben:Es war die Bestandsaufnahme der orthographischen Praxis und der Beschluß, sie zur Norm zu machen.
ich glaube folgendes: die sinnvollen Änderungen der Rechtschreibreform werden sich durchsetzen, die weniger sinnvollen nicht, in 10 oder 20 Jahren wird es dann wieder so eine Bestandsaufnahmekonferenz geben, die dann das als Norm festlegt und alles in allem wird die Rechtschreibung etwas sinnvoller geworden sein. Halb so schlimm das ganze also.

Übrigens: ich habe mir sagen lassen, dass die ganz Kleinen mit der neuen Rechtschreibung sehr gut zurechtkommen.

[/i]
Robert Mugabe
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Beitrag von Robert Mugabe »

hessen-wohin hat geschrieben:auch wenn dennoch aus denn und noch entstanden sein mag (?), handelt sich dabei doch keineswegs um ein zusammengesetztes Wort (wie z.B. Schifffahrt), weswegen es auch keinen Grund gibt, dennnoch zu schreiben.[
<i>Dennoch</i> ist in der Tat aus <i>denn</i> und <i>noch</i> entstanden und müßte nach dem <a href="http://www.ids-mannheim.de/grammis/refo ... tml">neuen Regelwerk</a> also auch <i>dennnoch</i> geschrieben werden. Soll es aber nicht. <i>Hellicht</i> dagegen ist nicht aus <i>hell</i> und <i>licht</i> entstanden (Wörter mit der Wortendung <i>-icht</i> finden sich z.B. häufig noch bei Schiller - Näheres dazu bei <a href="http://www.niewisch.de/werke/rechtschre ... ">Reinhard Niewisch</a> -; vgl. auch das Wort <i>töricht</i>). Obwohl <i>hellicht</i> also nicht unter die Dreikonsonantenregel fällt, soll sie nach dem Willen der Reformer trotzdem auf <i>hellicht</i> angewandt und darum jetzt <i>helllicht</i> geschrieben werden. Obwohl dagegen <i>Mittag</i> unter die Dreikonsonantenregel fällt, soll nach dem Willen der Reformer die Dreikonsonantenregel auf <i>Mittag</i> nicht angewandt werden. Kinder, die regelkonform <i>Mitttag</i> schreiben, bekommen es als Fehler angestrichen.
hessen-wohin hat geschrieben:Übrigens: ich habe mir sagen lassen, dass die ganz Kleinen mit der neuen Rechtschreibung sehr gut zurechtkommen.
Da haben Sie sich was Falsches sagen lassen. Ausführlicheres dazu in meinem Eintrag vom 11.6.
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Quodlibet
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Beitrag von Quodlibet »

hessen-wohin hat geschrieben:
auch wenn dennoch aus denn und noch entstanden sein mag (?), handelt sich dabei doch keineswegs um ein zusammengesetztes Wort (wie z.B. Schifffahrt), weswegen es auch keinen Grund gibt, dennnoch zu schreiben.
Nun, das hängt wohl davon ab, welcher linguistischen Schule man mehr glauben will, aber das eine oder andere Semester grammatische Morphologie sollte man doch verschlafen haben, und hier gelangen wir wieder zu der Forderung, daß ein Regelwerk durchschaubar sein muß, sollen sich vom Erstkläßler bis zum Greis alle danach richten. Wes Geistes Kind diese Reform aber ist, kann man spätestens am guten alten Thron erkennen: Da durfte man schon unterm Kaiser nicht dran rütteln, und die „Reform“ hält sich untertänig an diese Tradition.

hessen-wohin hat geschrieben:
Übrigens: ich habe mir sagen lassen, dass die ganz Kleinen mit der neuen Rechtschreibung sehr gut zurechtkommen.


Natürlich, es werden jedoch nicht weniger oder mehr Fehler gemacht, nur andere, auch sind die Rechtschreibnoten weder besser noch schlechter geworden, das ist jedoch normal, auch ich habe in meiner Jugend so manchen Unsinn gelernt, der heute längst überholt und Schnee von gestern ist.


Gruß

Q.
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Beitrag von Gesprächstourist »

Hochinteressantes Thema, meine Damen und Herren ... scheint sich zum Dauerbrenner zu entwickeln...

Ich schaue hier schon eine Weile zu und finde eigentlich nahezu alle Aspekte bemerkenswert. Aber jetzt kann ich mich nicht mehr zurückhalten und möchte mit ins Boot, auch wenn dies seit Kohl bekanntlich voll ist.

Kaum eine Diskussion über irgendein Thema hält sich so lange frisch wie das Für und Wider bezüglich der RSR. Und das hat m.E. einen ganz einfachen Grund: Alle, die hier über die neue Rechtschreibung debattieren, sind mit der alten auf- und verwachsen.

Ich habe die Vermutung, die auf einer ganz persönlichen Erfahrung basiert und daher keineswegs wissenschaftlichen Kriterien standhält: Die meisten Leute, die die Rechtschreibreform ablehnen, haben schlicht keine Lust oder sind zu faul, die oft mühsam gelernten Regeln auf den Müll zu werfen und sich die neuen beizubringen. Das ist legitim. Aber kein Argument.

Das habe ich an mir selbst erfahren, da mir irgendwann bewusst wurde, dass dies alles mühsam ist, vor allem, wenn man ständig mit sprachlicher Arbeit zu tun hat.

Nach meinem Eindruck suchten viele Leute (nicht die hier diskutierenden!) händeringend nach Argumenten, nur um die Einführung der RSR zu verhindern. Mir hat diese Einführung im Übrigen auch keinen Spaß gemacht, aber ich sehe die Notwendigkeit, nach zig Jahren ein Regelwerk dem Status Quo einigermaßen anzupassen. Dass dabei Fehler gemacht werden oder gar Unsinnigkeiten entstehen – wo kommt das nicht vor? Die neuen Regeln sind nicht hü und nicht hott, und ich bin durchaus der Meinung, dass man wennschondennschon auf das ß ganz verzichten sollte. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Ja, es ist lästig, wenn ich nach wie vor bei diversen Fragen der Zusammen- und Getrenntschreibung in den Duden schauen muss. Und ich in vielen Fällen nach wie vor kein Prinzip dahinter erkennen kann. Aber es war genauso lästig, wenn ich seinerzeit nachblättern musste, ob statt dessen bzw. währenddessen zusammengeschrieben wird. Dafür gab es keinen plausiblen linguistischen Grund. Und das ist nun z.B. einheitlich geregelt.

Was die Kinder angeht: Ich glaube, dass es völlig wurscht ist, ob Kinder mit nicht verständlichen alten Regeln oder nicht verständlichen neuen Regeln aufwachsen.

Es ist jedoch anachronistisch, sich gegen etwas permanent zur Wehr zu setzen, was ohnehin Standard werden wird (ich gehe jede Wette ein, dass die kommende Generation bereits ganz selbstverständlich mit dem neuen, möglicherweise nachgebesserten Regelwerk leben wird). Auch wenn es uns nicht passt.

So, das wär's erstmal.

Schönen Tag noch...
Zuletzt geändert von Gesprächstourist am 25. Jun 2002, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Adorno
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Beitrag von Adorno »

Also HIER finden die wirklich interessanten Diskussionen statt! Und ich Depp muß im Diskursethikforum über Monstertitten schwafeln, damit überhaupt noch einer zuhört... Darf ich mitmachen?

Wenn ja, will ich Hegel einwerfen:

"(...) Poesie [kann] teils am Altertümlichen und dadurch im gewöhnlichen Leben Ungebräuchlicheren festhalten, teils sich vornehmlich als vorwärtsschreitende Sprachbildnerin erweisen und darin, wenn sie nur nicht gegen den Genius der Sprache handelt, von großer Kühnheit der Erfindung sein." -Ästhetik III, Die Poesie, B2a: Die poetische Sprache überhaupt

Ist also die RSR einerseits, unsere sprachkonservative Anti-RSR-Bewegung andererseits nichts weiter als je eine Form besonders bizarrer Poesie, und als solche zu würdigen? Oder verstoßen sie oder eine von ihnen gegen jenen obskuren Genius der Sprache, was immer er sei? (hier kann bestimmt der kluge Hessen weiterhelfen)
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Saftpresse
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Beitrag von Saftpresse »

klar, konservativ, sag ich doch die ganze Zeit :D
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

Gesprächstourist hat geschrieben:Und das hat m.E. einen ganz einfachen Grund: Alle, die hier über die neue Rechtschreibung debattieren, sind mit der alten auf- und verwachsen.
ganz meine Meinung, die Leute hängen doch grossteils aus Bequemlichkeit oder Konservatismus an den alten Regeln. Gott sei dank kenne ich sie gar nicht, deswegen sehe ich auch keine Veranlassung, die neuen zu lernen.

Und was die Kinder angeht: Ihre Argumente, Herr Mugabe, die Kinder würden mit der neuen Rechtschreibung nicht zurechtkommen, sind doch mehr theoretischer Natur, während ich meine (wie Sie meinen falschen) Informationen aus der Praxis habe. Anscheinend ist es sogar tatsächlich so, dass die Zahl der Rechtschreibfehler etwas, wenn auch nur unbedeutend, gesunken ist, wie man hier nachlesen kann

Adorno hat geschrieben:Ist also die RSR einerseits, unsere sprachkonservative Anti-RSR-Bewegung andererseits nichts weiter als je eine Form besonders bizarrer Poesie, und als solche zu würdigen?
vielleicht eine Dada / Gsella - Mischung; aber natürlich kann die RSR ihre verspielte Beziehung zur Postmoderne nicht leugnen, ebensowenig einen leichten Hang zum Dekonstruktivismus. Moderne Dichtung also.
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Beitrag von Gesprächstourist »

Tja, so kann man sich täuschen... Herr Adorno.

"Also HIER finden die wirklich interessanten Diskussionen statt! Und ich Depp muß im Diskursethikforum über Monstertitten schwafeln, damit überhaupt noch einer zuhört... Darf ich mitmachen?"

Aber immer!

Ich brenne auf substantiell-relevante Mitmachungen.
Zuletzt geändert von Gesprächstourist am 25. Jun 2002, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrte Saftpresse,

auch wenn ich die Generalaussage (Salut) begrüße, so bleibt dennoch eine Logiglücke (schönes Wort, oder?).

"ganz meine Meinung, die Leute hängen doch grossteils aus Bequemlichkeit oder Konservatismus an den alten Regeln. Gott sei dank kenne ich sie gar nicht, deswegen sehe ich auch keine Veranlassung, die neuen zu lernen."

??? Ach so. Ja. Jetzt verstehe ich.
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Beitrag von Robert Mugabe »

hessen-wohin hat geschrieben:(...) die Leute hängen doch grossteils aus Bequemlichkeit oder Konservatismus an den alten Regeln. Gott sei dank kenne ich sie gar nicht, deswegen sehe ich auch keine Veranlassung, die neuen zu lernen.
Den Vorwurf der Bequemlichkeit kann man zum Beispiel mir, der ich nun wirklich einige Mühe auf das Studium der neuen Regeln verwandt habe, nicht machen. Und man kann ihn erst recht nicht machen als jemand, der sich selber diese Mühe nicht geben will, oder?
hessen-wohin hat geschrieben:* von Getrenntschreibung verstehe ich nichts, ist mir auch egal
* dass man jetzt die Kommata setzen kann, wie man will finde ich sehr gut, das macht auch Spass
Ganz grundsätzlich ist der Widerstand gegen die Reform ein Widerstand vor allem von Lesern, denen nicht an der leichten Schreibbarkeit, sondern an der leichten Lesbarkeit von Texten gelegen ist.
"<i>Die Agenturen bleiben bei der alten Form der Zeichensetzung, um die Lesbarkeit ihrer Nachrichten, insbesondere für ihre Kunden aus dem Audio-Bereich, zu gewährleisten. </i>"
(Arbeitsgruppe der deutschen Nachrichtenagenturen, <a href="http://www.dpa.de/info/rechtschr/rs_index.htm">Beschluß zur Umsetzung der Rechtschreibreform</a>, 31.7.1999)
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

Robert Mugabe hat geschrieben:
hessen-wohin hat geschrieben:...aus Bequemlichkeit oder Konservatismus...
Den Vorwurf der Bequemlichkeit kann man zum Beispiel mir, der ich nun wirklich einige Mühe auf das Studium der neuen Regeln verwandt habe, nicht machen.
nein, natürlich nicht: Sie zähle ich zu den Konservativen
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Mugabe,

auch wenn Ihr Beitrag gar nicht an mich gerichtet war, so möchte ich doch gern drauf antworten.
Den Vorwurf der Bequemlichkeit kann man zum Beispiel mir, der ich nun wirklich einige Mühe auf das Studium der neuen Regeln verwandt habe, nicht machen. Und man kann ihn erst recht nicht machen als jemand, der sich selber diese Mühe nicht geben will, oder?
Zumindest was mich betraf, war dies gar nicht als Vorwurf gemeint, sondern nur als Ergebnis einer Beobachtung. Es ist legitim und völlig nachvollziehbar, dass man keine Lust hat, erworbenes Wissen (oder Nichtwissen) revidieren zu müssen.
Ganz grundsätzlich ist der Widerstand gegen die Reform ein Widerstand vor allem von Lesern, denen nicht an der leichten Schreibbarkeit, sondern an der leichten Lesbarkeit von Texten gelegen ist.
Ach so. Ich konnte ja nicht ahnen, dass sich hinter der teuflischen Fratze der Rechtschreibreformverweigerer gutwillige Richtiglesreformwiderständler verbergen (wobei ich der Überzeugung bin, dass sich an der Lesbarkeit nahezu nichts geändert hat, lediglich einiges noch ungewohnt ist).

Mit aufgeklärten Grüßen...
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