Sumo-Eier?!?

Spaß, Satire und schiefere Bedeutung - gibt es Komik im WWW?

Moderator: Pelzer

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MMC
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

Dr. Dralle hat geschrieben: 22. Feb 2026, 16:13 für den abspann von B42 könnte ich noch genau drei schallplattencover (quadratisch) gebrauchen!
und wenns geht noch einen haiku!
danke!
Hier ist schon mal Eins:

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MMC
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

Mal was Literarisches:

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MMC
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

Als Haiku in etwa: "Sieben mal die Sechs; Zweiundvierzieg kommt heraus; Alles is banal."
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MMC
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

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Dr. Dralle
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Dr. Dralle »

sehr schön!
in die platte von "Rauhspund" werde ich gleich mal reinhören.
aber vorher gilt es noch den abspann von B42 zu vervollständigen!
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MMC
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

MMC hat geschrieben: 22. Feb 2026, 23:13 Als Haiku in etwa: "Sieben mal die Sechs; Zweiundvierzieg kommt heraus; Alles is banal."
Die Silbenzahl stimmt zwar nicht, aber auch moeglich als Haiku++: "Sieben mal die Sechs; Zweiundvierzieg kommt heraus; Banalotopia."
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Dr. Dralle
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Dr. Dralle »

hab schon den anderen eingebaut!

prostetnik vogon jeltz trägt selbstgemachte lyrik vor:
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Dr. Dralle
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Dr. Dralle »

...und B42 neigt sich dem ende zu und wird diese woche noch erscheinen!
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Landblum
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Landblum »

.
ZG 22.jpg
ZG 22.jpg (24.21 KiB) 104070 mal betrachtet
.
43

... Kantor Löhlein und drei nordisch Kombinierte mit im Zimmer. Während die Athleten ihre durchgeschwitzten Overalls zum Trocknen aus dem Fenster hielten, laborierte ich am Beckenschiefstand des Kantors, legte Drainagen, zog Heber ein und setzte Wirbelspreizer. Das wird schon wieder, selbst Salieri soll sich nur mit Hilfe eines Flaschenzuges aufrecht gehalten haben, sprach ich dem Moribunden zu, der nach seiner Mutter schrie und verzweifelt mit den Hände rang.

Arme Sau, meinte einer der Kombinierten, der ist hin. Ach geh, entgegnete der Sportsmann neben ihm, ich hab da was, das bringt ihn wieder auf die Beine.

Er zog ein zierliches Grammafon aus seinem - wir erinnern uns, die Anzüge hingen zum Trocknen aus dem Fenster, Hoffmannsthal hätte geschrieben ... schwangen im Winde und wirkten reichlich unentschlossen ... - Overall und spuckte dreimal in die Zimmerpalme.

Was soll das werden, Lumich, du bist hier nicht im Sportlerheim, schrie der Kantor, dort könnt ihr euch von mir aus gegenseitig in die Fresse rotzen! Hier nicht! Hier ist neutraler Boden!

Ach was, meinte der zwote der Athleten, legte eine 78ger auf den Plattenteller und setzte die Nadel in die Rille. Nach Knistern und Knacken knarzte schließlich "Kannst du noch gehn, Marlen" aus dem blechernen Trichter. Wir verharrten und lauschten voller Andacht dem alten Lied, gedachten unsrer Jugendzeit und weinten bitterliche Zähren, derweil die Overalls der nordisch Kombinierten sich immer noch recht feucht anfühlten.

LB
Handlanger des sozialistischen Realismus
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

Ich freue mich schon auf Folge 42!
Landblum hat geschrieben: 24. Feb 2026, 20:34
[...]
Ach was, meinte der zwote der Athleten, legte eine 78ger auf den Plattenteller und setzte die Nadel in die Rille. Nach Knistern und Knacken knarzte schließlich

[...]
Ich denke eine 78 Umdrehungen-pro-Minute Single Auskopplung von 'Recht auf Teilzeit' waere auch angebracht (Dazu Haeuptling RB: "Also, das muessen schon 78 sein; auf den 45er gehen die Obertoene ja viel zu weich im Klangfarbenraum unter; und bei 33 get die Tonsosse zu sehr ins 'As', dass man den obligatorischen Keychange nur noch marginal wahrnimmt")

Desweiteren brauchen wir auch eine 'Recht auf Teilzeit' ESC Postcard, aehnlich wie dieses hier https://youtu.be/pcJ_3ZF0z8g?t=682 oder jenes
https://www.youtube.com/watch?v=6Xjuarv ... X&index=15
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Dr. Dralle
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Dr. Dralle »

MMC hat geschrieben: 25. Feb 2026, 20:45 Ich freue mich schon auf Folge 42!
ich rendere grade die letzten bilder!

Ich denke eine 78 Umdrehungen-pro-Minute Single Auskopplung von 'Recht auf Teilzeit' waere auch angebracht
sehr schöne idee!

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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Dr. Dralle »

soeben erschienen:
BANALOTOPIA42
https://www.youtube.com/watch?v=BUNk7WGpJnk

Bild

Banalotopia 42 ist eine Hommage an die großartigen Romane von Douglas Adams.
42 ist laut „Deep Thought“, dem zweitgrößten Computer aller Zeiten,
die Antwort auf die „endgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.“

Und da gibt es unserer Meinung nach eine große Schnittmenge mit der Folge 42 von Banalotopia.
Auch hier werden endgültige Antworten gegeben auf Fragen, die nie jemand gestellt hat.

Schnappen sie sich also ein Handtuch und folgen sie uns in eine Zeit,
in der Männer noch richtige Männer, Frauen noch richtige Frauen, und kleine pelzige Wesen
von Alpha Centauri noch richtige kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri waren.
Als alle es noch wagten, unbekannten Schrecken trotzig die Stirn zu bieten,
große Taten zu vollbringen und Subjekt und Objekt durchlange und komplizierte
Satzkonstruktionen so weit voneinander zu trennen,
wie das noch niemand zuvorgetan hatte.
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

Eine tolle Folge! Schoen, dass die Gebr. Brettschneider jetzt auch klatschen koennen.

Hier noch ein Bild unseres Praktikanten bei seiner Arbeit, dem Anfeuern der Graphikkarte; offensichtlich hat es funktioniert!

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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von Dr. Dralle »

schön, das es ihnen gefällt!
das "anfeuern" der grafikkarte führt tatsächlich dazu, das ich diesmal erheblich aufwändigere szenen rendern konnte,
ohne dafür längere renderzeiten in kauf zu nehmen.
wenn man die default rendervoreinstellungen verringert, dann kommt man zu den selben ergebnissen in der hälfte der zeit.
und das ohne sichtbaren qualitätsverlust!
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Re: Sumo-Eier?!?

Beitrag von MMC »

Weiter zu 43 - ich habe mal den ueblichen Podcast gemacht; ab ca. Minute 18 wird der folgende Brandbrief diskutiert:
https://www.buzzsprout.com/2424880/epis ... nload=true
Kollege ChatGPT hat geschrieben: # Ein Brandbrief an die Verantwortlichen des Eurovision Song Contest

Sehr geehrte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger des Eurovision Song Contest,

Europa steht nicht nur vor wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen oder technologischen Herausforderungen. Es steht auch vor einer kulturellen. Und Sie, ob Sie wollen oder nicht, verwalten eines der sichtbarsten kulturellen Rituale dieses Kontinents.

Der ESC ist längst kein bloßer Gesangswettbewerb mehr. Er ist ein Symbol europäischer Selbstinszenierung. Genau deshalb ist es problematisch, dass dieses Symbol musikalisch fast ausschließlich auf maximale Eingängigkeit, kalkulierte Emotionalisierung und algorithmische Verwertbarkeit setzt.

Kurz: Der ESC ist zur Hochglanzmesse der Standardisierung geworden.

---

## Die Diktatur der Hookline

Bereits Theodor W. Adorno hat in *On Popular Music* (1941) beschrieben, wie populäre Musik nach dem Prinzip der Standardisierung funktioniert: Wiederholung, Vorhersehbarkeit, Austauschbarkeit. Man muss Adornos kulturpessimistische Schärfe nicht vollständig teilen, um zu erkennen, dass der ESC dieses Prinzip perfektioniert hat.

Drei Minuten. Sofortige Wiedererkennbarkeit. Dramaturgischer Höhepunkt bei Minute 2:40. Ein Refrain, der sich nach einmaligem Hören mitsingen lässt.

Was hier prämiert wird, ist nicht musikalische Innovation, sondern maximale Anschlussfähigkeit.

Serra et al. (2012) zeigen empirisch, dass zeitgenössische westliche Popmusik in den letzten Jahrzehnten harmonisch und klanglich homogener geworden ist. Der ESC ist nicht Ursache dieser Entwicklung – aber er ist ihr Schaufenster.

Wenn Europa sich musikalisch repräsentiert, dann offenbar in möglichst vereinheitlichter Form.

---

## Öffentliche Kultur als pädagogischer Raum

Große Kulturformate sind nicht neutral. Sie setzen Maßstäbe. Sie definieren, was als hörenswert gilt.

Simon Frith (1996) hat zu Recht betont, dass populäre Musik Identität stiftet. Aber Identität allein ist kein ausreichendes kulturpolitisches Ziel. Auch Werbung stiftet Identität.

Ein gesamteuropäisches Ereignis sollte mehr leisten als Wiedererkennung. Es sollte Reibung erzeugen. Es sollte Aufmerksamkeit einfordern, nicht nur Klickzahlen.

Musikpsychologische Forschung (Schellenberg, 2005; North & Hargreaves, 2008) legt nahe, dass musikalische Komplexität differenzierte kognitive und emotionale Verarbeitung stimuliert. Das bedeutet nicht, dass eine Fuge moralisch überlegen ist. Aber es bedeutet, dass komplexe musikalische Strukturen anderes, intensiveres Hören verlangen.

Warum also nutzt Europa seine größte Musikbühne nicht, um genau das zu fördern?

---

## Die Feigheit vor der Kunst

Die eigentliche Frage lautet nicht: „Würde ein ESC mit E-Musik weniger Zuschauer haben?“

Die eigentliche Frage lautet: „Warum trauen wir dem Publikum keine ästhetische Herausforderung mehr zu?“

Die Reduktion auf U-Musik ist keine Notwendigkeit. Sie ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung zugunsten von Marktlogik, Sponsorenverträglichkeit und globaler Streaming-Kompatibilität.

Ein ESC, der ausschließlich E-Musik zulässt – seien es zeitgenössische Kompositionen, Kunstlieder, experimentelle Vokalwerke oder orchestrale Arbeiten –, würde ein kulturpolitisches Signal setzen: Europa definiert sich nicht nur über Konsens, sondern über künstlerische Ambition.

Das wäre kein nostalgischer Rückgriff auf „Hochkultur“, sondern eine bewusste Gegenbewegung zur kulturellen Verflachung.

---

## Ja, es wäre riskant

Ein solcher Schritt wäre riskant. Einschaltquoten könnten sinken. Social-Media-Resonanz wäre weniger vorhersehbar.

Aber seit wann ist kulturelle Relevanz identisch mit maximaler Reichweite?

Die European Broadcasting Union trägt Verantwortung für mehr als Unterhaltung. Sie trägt Verantwortung für die kulturelle Selbstrepräsentation eines Kontinents.

Wenn der ESC weiterhin ausschließlich das reproduziert, was ohnehin jede Streamingplattform täglich millionenfach ausspielt, dann verspielt er seine historische Chance.

---

## Schluss: Eine Entscheidung über Europas Klang

Dieser Brief ist kein Angriff auf Popmusik. Pop hat seine Orte, seine Märkte, seine Bühnen – und sie sind zahlreich.

Aber der ESC ist mehr als eine Bühne. Er ist ein Symbol.

Und Symbole entscheiden mit darüber, wie sich eine Gesellschaft versteht.

Wollen wir, dass Europas musikalische Visitenkarte ein dreiminütiger Algorithmus ist?
Oder wollen wir, dass sie Anspruch hat?

Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

---

## Literatur (APA)

Adorno, T. W. (1941). On popular music. *Studies in Philosophy and Social Science, 9*, 17–48.

Frith, S. (1996). *Performing rites: On the value of popular music*. Harvard University Press.

North, A. C., & Hargreaves, D. J. (2008). *The social and applied psychology of music*. Oxford University Press.

Schellenberg, E. G. (2005). Music and cognitive abilities. *Current Directions in Psychological Science, 14*(6), 317–320.

Serra, J., Corral, Á., Boguñá, M., Haro, M., & Arcos, J. L. (2012). Measuring the evolution of contemporary western popular music. *Scientific Reports, 2*, 521. [https://doi.org/10.1038/srep00521](https://doi.org/10.1038/srep00521)
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